Hinterfragung möglicher strategischer Ansätze zur Umsetzung von User Experience über unterschiedliche Endgeräte und Applikationen
Lassen sich User Experience Principles einer Hand (Brand/Marke) auf mobile und andere Endgeräte übertragen, wenn sie dabei für unterschiedlichste Endgeräte und Applikationen funktionieren und eine Brand/Marke weitertragen sollen? Lässt sich dafür eine User Experience Guideline erstellen? Wenn ja, nach welchen Kriterien? Über verschiedene Best Practices wird sich dem Thema angenähert.
Immer mehr Firmen setzten ihre Angebote auf mobile Endgeräte um: Airlines bieten mobile Checkin- und Buchungssysteme an, Verlage erweitern ihr Portfolio um eBook / iPad Magazine und Telekommunikationsanbieter ermöglichen den mobilen Zugriff auf im Internet abgelegte Fotos und Musik. So haben beispielsweise die Deutsche Telekom und SingTel Singpore in den letzten Jahren ihr Produkt- und Serviceangebot erweitert, zum einen um mit einer möglichst großen Auswahl neue Kunden zu gewinnen und zum anderen um bestehenden Kunden die Möglichkeit zu geben ihre bereits erworbenen Produkte besser zu verzahnen. Aus unternehmensstrategischer Sicht ist es eine zwingende Entscheidung, dem Kunden vermehrt eine cross-device und cross-application entwickelte Servicewelt zur Verfügung zu stellen. Der Kunde verlangt verstärkt nach einem einfachen und zu jeder Zeit möglichen Zugriff auf seine Daten, Informationen oder Services auf allen Geräten. Gerade der mobile Bereich spielt hierbei eine entscheidende Rolle, wie sich an der stetig wachsenden Zahl an Applikationen z.B. für das iPhone oder Android Geräte zeigt.
Jedes Unternehmen steht mit einem Markenidentitätsfaktoren für sich, sei es Service, Technik, Support, Qualität oder vieles mehr: sie repräsentieren ihre Identität. Entwickelt dieses Unternehmen in verschiedenen Produktzweigen und auf unterschiedlichen Devices steht es vor der Herausforderung, weiterhin seiner Markenidentität treu zu bleiben, so dass der Erkennungswert erhalten bleibt, sei es aus Design oder Bediensicht. Aus Designsicht gelten Basisfaktoren wie Logo oder Hausfarbe. Faktoren, welche eine Übertragbarkeit der Marke zur Wiedererkennung leicht machen. Aus Bediensicht allerdings ist es eine Herausforderung festzustellen, ob diese interaction elements/interaction schemes sowohl von Applikationen als auch über horizontale Cross Devices (z.B. PC/Laptop, TV, Tablet, Smartphone, Settop-Box, etc.) übertragbar sind.
Beispielsweise hat Apple die Interaktionsmechanik von iTunes auf den App store des iPhone bzw. iPads und nun wiederum auf den App store auf dem Mac übertragen. Andere Firmen wie z.B. netflix oder youtube dagegen passen ihre interaction elements/interaction schemes und ihr Design zu einem Grossteil den einzelnen Geräten (Wii, PS3, iPhone, TV ...) individuell an, um somit besser in der Device UX aufzugehen und anmuten wie eine native Applikation.
Es stellen sich somit die Fragen, in wie weit es möglich ist, die interaction elements/interaction schemes einer User Experience, welche für ein Device oder eine Applikation funktionieren, auf weitere Devices oder Applikationen zu übertragen, wie sich die Bemessungs-Kriterien hierfür verschieben/ergeben und ob dies in jedem Fall sinnvoll ist. Gesetz den Fall es ließen sich einfache Richtlinien definieren, wäre dies eine einzigartige Hilfestellung für Unternehmen, die ihr Angebot cross-device und cross-application angepasst erweitern.
Serena Messer und Michael Rothfischer sind bei SapientNitro im Laufe Ihrer Tätigkeit im Telekommunikationsbereich u.a. bei der Deutschen Telekom und einem mehrmonatigen Aufenthalt in Singapore für SingTel auf dieses Thema gestoßen und haben es untersucht.















